Tioga hat geschrieben: So 22. Sep 2024, 11:36
Dipol hat geschrieben: Sa 21. Sep 2024, 16:23
Dass der obere Einspannpunkt die ganzen Biegemomente abbekommt ist klar. Die basiert auf 800 Pascal und ist im Vergleich zu den Eurocode-Normen niedriger.
Etwa undurchsichtig die Aussage.
Du hast völlig recht, sorry, war mein Flüchtigkeitsfehler!
Das bezog sich auf die Grafik und die Tabelle, welche auf dem damals noch
Staudruck genannten
800 N/m² (= Pascal) für Montagen bis in 20 m Höhe, basiert, der nach der Altformel
q =
v²/1,6 einer Windgeschwindigkeit von gerundet 130 km/h oder 36 m m/s entsprochen hat. Das liegt auch den beiden für Antennensicherheit zuständigen Normen sowie dem Tool von Detlef Schmegel und dem fehlerbehafteten CQ-Artikel von Gerfried Palme zugrunde.
Trotz zunehmender Unwetter hat die Blitzdichte seit 2007 drastisch abgenommen, je nach Windlastzone und Geländeart sind inzwischen deutlich höhere "Böenwindgeschwindigkeiten" normativ anzusetzen. Damit kommt ein Laie üblicherweise nicht mehr klar. Je nach Geländeart reichen die 800 N/m² in Windzone 1 unter 20 m Gesamthöhe noch hin, mit 1.100 N/m² (≙ 150 km/h bzw. 42 m/s) wird die Differenz zu strengeren Vorgaben der Eurocodenormen geringer.
Wie man am Verweis der noch gültigen DIN VDE 0855-300: 2008-08 auf Altnormen wie DIN V 4131 erkennen kann (Googlesuche keine Treffer), war dieser in Deutschland auch für CB- und AFU-Antennenanlagen zuständige Normenoldie für eine Revision überfällig.
Tioga hat geschrieben: So 22. Sep 2024, 11:36
Thema Blitzschutz. Ein Aspekt, der nicht unwichtig ist, aber bisher, wie du richtig bemerktest, hinten anstand und auch bedingt durch dessen Komplexität etwas verdrängt wurde.
Komplex wird Erdung und Potentialausgleich von Antennen m. E. nur bei Gebäuden mit einer Blitzschutzanlage und meist nur durch User, die noch keine der relevanten Normen je selbst gelesen haben und statt zu schweigen Hörensagen von anderen nicht normkundigen Usern nachplappern.
Tioga hat geschrieben: So 22. Sep 2024, 11:36
Was mich allerdings umgehauen hat, sind allein die Kosten für einen 3m 20mm VA Staberder. Wenn nach messung der Bodenleitfähigkeit 3 m überhaupt reichen.
Da hast du völlig unnötige Bedenken, denn für Antennen waren und sind weder Messungen des spezifischen Erdwiderstands noch des Erdausbreitungswiderstand gefordert.
Seit nunmehr
40 Jahren (!) gilt ab DIN 57855-1 (VDE 0855-1):1984-05 (neue Schreibweise) dass Einzelerder mit 2,5 m Länge oder zwei Erder mit 1,5 m Länge im Abstand von 3 m ausreichen. Zu den wenigen Änderungen in den Normen für Antennensicherheit gehört, dass bei diesen Mindestlängen die Köpfe analog zu Blitzschutznormen um 0,5 m versenkt werden müssen. Alternativ ist auch ein oberirdischer Anschluss mit längeren Erdern zulässig.
Ein auf 3 m Tiefe eingetriebener NIRO-Erdspieß ist normkonform, wenn er
auch mit dem für jedes Gebäude obligatorischen Schutzpotentialausgleich nach Klasse H = 100 kA mit z. B. 16 mm² Kupfer und einer dafür geprüften Schelle wie DEHN 540 121 verbunden ist. Siehe DEHN Blitzplaner, Kapitel 5.5.6, und lass dich nicht von normfernen Gurus irritieren, die etwas anderes behaupten.
Tioga hat geschrieben: So 22. Sep 2024, 11:36
Sobald das Projekt in seine Ausführungsphase kommt, werde ich natürlich Bilder machen.
Bin gespannt was deine Blitzschutzfachkraft meint. Wenn es die Freundschaft nicht trübt, dann stell dich ahnungslos und frag ihn doch mal informationshalber welche Normen für Empfangs- und welche bzw. Funkantennen zuständig sind.
