Für erfolgreiches Euro-DX oder besser Überreichweiten genannt braucht man keine großen Hochantennengebilde oder gar übertriebene Sendeleistungen, um sich postalisch wenigstens im europäischen Ausland hin und wieder mal Gehör zu verschaffen. Gleiches gilt natürlich auch für die Bodenwelle und was befriedigende Reichweiten betrifft. Viele reden darüber abstrakt oder Blödsinn, was das Gleiche ist!
Da kommt es auf andere Dinge viel mehr an wie zum Beispiel: schlecht angepasste Antennenanlage, schlechte Modulation, magelhafter Empfänger, volle Frequenzen wo ganz Europa ruft, überbelegte Anrufkanäle, alle Betriebsarten durcheinander auf einem Kanal, hauseigenes QRM, QSB, undefinierbare Ausbreitungsrichtungen, unfaire Sendeleistungen, mangelhafte Funkdisziplin und vieles mehr sind Faktoren, warum das ein oder andere DX nicht läuft und viele Funker aufgeben. Trotzdem mal einen tieferen Blick auf die Antennen:
Die gerne unterschätzten "Fullsize"- Viertelwellentypen (TankWhip, Triple-Leg, Boomerang, GP) sind oftmals den großen Antennen bei Short Skip oder Euro-DX aufgrund des steileren Abstrahlwinkels in Anzahl der erreichbaren Stationen überlegen, wobei im Umkehrschluss für überkontinentale, weite Verbindungen über tausende Kilometer bis hin zum Ende der Welt die Halb- und besonders 5/8 und 7/8tel-Antennen ihre Abstrahlvorteile ausspielen können und dort einfacher "hinspringen". Ebenso zahlen sich dann auch der etwas höhere Gewinn dieser Antennen aus, wobei eine Halbwelle wie auch ein Viertelwellenstrahler 0 dBd-Antennen sind und nur 5/8el bzw. 7/8el und spezielle Richtantennen höhere Antennengewinne aufweisen. Hier lügt die Industrie am meisten was den Gewinn von Antennen betrifft!
Da muss man mit einer Viertelwellenantenne aus eigener Erfahrung schon deutlich länger rufen und mehr Ausdauer haben, weil die Anzahl der Sprünge an die F2-Schicht größer ist und Sendeleistung pro Sprung mehr und mehr verloren geht.
Ebenso bei der Bodenwelle. Klappt eine gute Viertelwellenantenne aus Talsenken zu weiter entfernten Bergstationen überraschend gut oder gleichwertig im Vergleich zur Halb- 5/8tel oder 7/8tel-Antenne, so spielen die größeren Antennentypen ihre Vorteile durch die flachere Abstrahlung zu bodennahen Stationen deutlich aus. Dies macht sich in Reichweiten- und Signalstärken und eigenem Empfang bemerkbar. Dafür besitzen Viertelwellen-Strahler den deutlich ruhigeren Empfang, was auch ein Vorteil sein kann, wenn das Auslands-QRM nicht immer mit S9+ einfällt oder jede Handfunke oder Mobilstation aus 50km Entfernung im eigenen lokalen Orts-QSO zu hören ist.
Den folgenden Grundsatz hab ich also zusammenfassend schon oft gehört und scheint auch was dran zu sein und nicht letztendlich für die eigene Kaufentscheidung einer Antennentype unter machbaren/ erlaubten Aufbaubedingungen wichtig:
Für Stationen in Talsenken: steil abstrahlende Viertelwellen-Antennen
Demnach empfehlenswert für: Ortsrunden, Europa-DX, Short-Skip, Tal zu Berg-Verbindungen
Für Stationen auf Bergen: flacher abstrahlende Halbwellen- oder 5/8 bzw. 7/8tel-Antennen
Demnach empfehlenswert für: Weitverbindungen über Boden-und Raumwelle, Berg zu Berg- oder Boden zu Boden-Verbindungen
Vy 10-10

CB: Gordon, Seawolf, DX: Don, 13SW128
QTH: Dortmund-Ost, 78m ü.N.N, JO31TM
Station: Pihernz Super Star 3900 Multi 2023 V.2
Antenne: Viertelwellen-GP (102'' Tankwhip) auf Flachdach
Reichweite: Bw: 50-100km Umkreis, Rw: Europa
