Ich habe das Gerät bisher nur kurz empfangsseitig an der Antenne betrieben, kann aber mangels Gegenstationen leider noch nicht mehr dazu sagen.
Sendeseitig nur am Dummyload bzw. am digitalen Nexiton-PEP-Wattmeter (nach DJ9PK, mit Kennlinienkorrektur des Detektors) gehabt. Und die Modulation am ICOM IC-7100 gegengehört.
Das Stromkabel habe ich mit Powerpoles versehen und das Gerät wird derzeit an einem LiFePo4 Akku betrieben. Das AE 5900 zeigt mit diesem 13,0V im Display an.
FM: 3,5 Watt
AM: 3,5 Watt Träger, modulierend auf 25 Watt (sofern das richtig gemessen wird!?)
SSB: 17 Watt
Somit kann ich aktuell "nur" etwas mehr zu den Mikrofonen beisteuern.
Originalmikrofon
Das Mikrofon hört sich sehr gut an. Hell und prägnant. Das wurde ja bereits schon mehrfach beschrieben. Den MIC-Gain habe ich von 33 auf 40 angehoben.
Im Mikrofon selbst befindet sich neben der Elektretkapsel nicht sehr viel Elektronik. Ein paar SMD-Widerstände zur Ansteuerung der 3 Tasten (Up/*/Dn). Die PTT wird hingegen direkt nach Masse getastet.
In diesem Mikrofon braucht man - VOX-Funktion sei Dank! - keine Angst vor der Alterung zu haben. Der PTT-Kontakt der Audioleitung ist
überbrückt. Ansonsten würde mit diesem Mikrofon die VOX ja nicht funktionieren. Somit wird man nie Probleme mit "Rascheln" oder "Rauschen" in der Modulation haben, da die Audioleitung dauerhaft mit dem Gerätemikrofoneingang verbunden ist und eben nicht über eine PTT-Ebene getastet wird.
Die Mikrofonkapsel sitzt rechts oben hinter einer kleinen Öffnung. Der große Front-Mikrofongrill ist nur "Show". Bzw. stammt vermutlich noch aus Zeiten, in denen dort eine dynamische Mikrofonkapsel eingebaut werden konnte.
Das Mikrofon sollte im 90°-Winkel "vorbeibesprochen" werden. Dann sind die Atem- und Ploppgeräusche weg. Beim direkten Besprechen der Front sind diese zu hören. Wie bei vielen anderen Mikrofonen mit ähnlicher Bauausführung ja auch. Ist nicht so schlimm. Aber als Zuhörer auf der anderen Seite stört mich als Perfektionist so etwas immer gewaltig. Weil es das Zuhören einfach anstrengender macht. Unnötig anstrengend! Und das umso mehr dieser Effekt ausgeprägt ist.
Fazit:
Mikrofon im 90°-Winkel halten und an der Front vorbeisprechen. Da darf man dann auch gerne nahe an die Mikrofonfront herangehen. Als Dank bekommt man eine helle, kernige, laute
und zischel-/ploppfreie Modulation bescheinigt. Garantiert!
Die Elektretkapsel sitzt in einer Gummiummantelung, die eine akustische Dichtung zum restlichen Mikrofongehäuse darstellt.
Sollte die Kapsel damit dennoch nicht zu 100% dicht abschließen, kommt der berühmte Nebenschall des "hohlen Kunststoffgehäuses" und die Modulation bekommt einen mehr oder weniger stark ausgeprägten akustischen Joghurtbechereffekt.
Ich will betonen, dass ich das hier NICHT herausgehört habe! Dennoch sind Mikrofone wie z.B. das der SS 3900 Multi, CRT 7900V Turbo usw. ähnlich aufgebaut. Und dort hatte ich das - und wenn es nur aufgrund von Fertigungstoleranzen beim Zusammenbau war - etwas herausgehört.
Jetzt kommt leider wieder der Perfektionist aus mir raus, obwohl ich nochmal betonen will, dass ich das im Originalzustand des AE 5900 Mikrofons nicht heraushören konnte.
Einfach an den gezeigten ROT markierten Stellen zwei kleine Schaumstoffstücke einbringen und die Platine wieder einschrauben. Die Position, an der die Elektretkapsel sitzt, muss hierbei natürlich frei bleiben. Danach den großen Hohlraum des Mikrofons mit einem weiteren, größeren Stück Schaumstoff auskleiden. Deckel druff. Und das Gewissen ist beruhigt. Ich behaupte, das hörte sich danach an meinem IC-7100 nochmals etwas besser an. Kann aber auch Einbildung sein.
....ooooooder
Dank der 30mm Rundfassung beim großen Mikrofongrill können Bastler natürlich auch eine Prallplatte einbauen und eine Elektretkapsel mittig dort platzieren. Wie man das bei einigen President-Originalmikrofonen ebenfalls durchführen kann. Das verhindert aufgrund des großen Mikrofongrills ebenfalls mögliche Ploppgeräusche. Und durch die freie Front der Elektretkapsel verbessert sich das Klangbild nochmals ein Stück.
Ich werde mir später auf jeden Fall nochmals ein Originalmikrofon kaufen, sobald das auch als Zubehör angeboten wird und werde mir dieses mit einer Prallplattenvariante umbauen. Bin schon gespannt, ob und wie der akustische Unterschied sein wird.
(es folgt Teil 2 mit dem Multifunktionsmikrofon....)