Zulassung zum Amateurfunkdienst (Lizenz) machen, ja oder nein?

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Radnor
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Re: Zulassung zum Amateurfunkdienst (Lizenz) machen, ja oder nein?

#331

Beitrag von Radnor »

Jack4300 hat geschrieben:
Mi 11. Nov 2020, 13:41

Der Wert liegt einzig nur darin zu Prüfen, ob jemand in der Lage ist die Regularien einzuhalten. Alles andere wird nicht geprüft und muss auch nicht geprüft werden.
ok, prima ...aber dann kann man den technischen Teil ja gut ausdünnen. Denn das meiste davon wird für den Selbstbau benötigt. Zu prüfen ob jemand in der Lage ist Regularien einzuhalten, dafür braucht man vieles aus dem Technikbereich wohl eher nicht
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Jack4300
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Re: Zulassung zum Amateurfunkdienst (Lizenz) machen, ja oder nein?

#332

Beitrag von Jack4300 »

Radnor hat geschrieben:
Mi 11. Nov 2020, 13:53
Neueinsteigern wird es mit dem aktuellen Fragekatalog zu schwer gemacht, den Einstieg zu schaffen. Deshalb plädiere ich für eine Einsteigerklasse mit beschränktem Zugang, um hier vielleicht 70cm, 2m und 10m zu nennen. Dafür dann eine wirkliche, praxisorientierte Einsteigerprüfung...
Haben wir doch schon alles. Nennt sich CB, PMR, Freenet.
Radnor hat geschrieben:
Mi 11. Nov 2020, 13:53
Wer die Prüfung für die Klasse A besteht, sollte auch etwas "können sollen" und genau das stellt die derzeitige Prüfpraxis eben nicht sicher.
Worin genau manifestiert sich denn jetzt das Problem in der Praxis? Genau nämlich gar nicht. Ich kenne reichlich OM die "können" richtig viel und welche die sage dieses und jenes "kann" ich nicht, ist nicht meine Baustelle. Dann lässt man es halt.

Der Amateurfunk hat vielleicht hier und da ein Problem. Aber sicher keines durch unfähige A-OMs durch zu leichte Prüfungen.

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ax73
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Re: Zulassung zum Amateurfunkdienst (Lizenz) machen, ja oder nein?

#333

Beitrag von ax73 »

Jack4300 hat geschrieben:
Mi 11. Nov 2020, 14:07
Radnor hat geschrieben:
Mi 11. Nov 2020, 13:53
Neueinsteigern wird es mit dem aktuellen Fragekatalog zu schwer gemacht, den Einstieg zu schaffen. Deshalb plädiere ich für eine Einsteigerklasse mit beschränktem Zugang, um hier vielleicht 70cm, 2m und 10m zu nennen. Dafür dann eine wirkliche, praxisorientierte Einsteigerprüfung...
Haben wir doch schon alles. Nennt sich CB, PMR, Freenet.
So ist es. Ohne die Kurzwellenbänder kann ich in meinem Umfeld niemandem eine Amateurfunkprüfung schmackhaft
machen.
Das entbehrt ja auch jeder Logik wenn mit einer Prüfungsklasse 100% betriebliche und rechtliche Kenntnisse abgefragt werden,
Betrieb aber danach nur auf der oberen Hälfte des Frequenzplans erlaubt wird.

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Radnor
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Re: Zulassung zum Amateurfunkdienst (Lizenz) machen, ja oder nein?

#334

Beitrag von Radnor »

DL6WAB hat geschrieben:
Mi 11. Nov 2020, 14:04
Ich bringe es mal ganz konkret auf den Punkt. Es macht aus meiner Sicht nicht den geringsten Sinn, die Einstiegshürden (Klasse E) zum Amateurfunkdienst noch weiter abzusenken, sodass sich daraus nur noch reine "Kommunikationsfunker" rekrutieren. Das wäre fatal für den Fortbestand des Amateurfunkdienstes und ganz ehrlich, dass will auch niemand. Die Einzigen die das wollen sind die, die nichts dafür tun und alles geschenkt haben wollen. Die braucht der Amateurfunkdienst nicht!
hier sind wir eben unterschiedlicher Meinung aber das ist ja auch nicht schlimm.

Mit "will niemand" habe ich so mein Problem. Ich erkläre meine Meinung auch nicht für allgemeingültig und maße mir nicht an zu wissen "was niemand/oder alle wollen".

Die von Dir abfällig bezeichneten "Kommunikationsfunker" sind meiner Meinung nach aber genau das, was dem Amateurfunk gut tun würde! Was spricht denn gegen die "Kommunikationsfunker"? Wofür ist Funk denn letztendlich da? Wenn man den Nachwuchssorgen begegnen möchte, dann braucht man eben genau diese Kommunikationsfunker und nicht die introvertierten Männlein im Keller vor ihren Lötkolben. Denn wenn man jemand für den Amateurfunk begeistern möchte, dann bringt es absolut null den Interessierten das große Rauschen vorzustellen und zu sagen: "aber es sitzen viele Funker im Keller vor ihren Lötkolben"

Die Kommunikationsfunker tun niemanden weh und beleben die Frequenzen, machen sie lebendig! Wenn diese Kommunikationsfunker ihr Selbstbaurecht nicht wahrnehmen wollen und lieber fertige Geräte kaufen wollen ...ja und?

Das Selbstbaurecht stammt noch aus einer Zeit in der es nichts gab und wenn man es nicht bezahlen konnte. Diese Zeit ist vorbei, überholt und Geschichte... ich verstehe, wenn das einige bedauern aber es ist nun mal so. Kaum ein neuer Funkamateur betreibt noch ernsthaften Selbstbau. Da wird ein N-Stecker angelötet, vielleicht ein Filter oder eine Antenne gebaut und Gerätchen programmiert aber dann hört es doch auch schon auf. Hier sollten wir der Entwicklung Rechnung tragen und es den Kommunikationsfunkern auf 70cm, 2m und 10m nicht so schwer machen. Denn auch von diesen Leuten werden dann einige dabei sein welche irgendwann mehr wollen ...dadurch generiert man doch den Nachwuchs, den wir so dringend brauchen. Mit ewig gestigen Ansichten fahren wir die Karre in den Sand...

...und zu behaupten "alles haben wollen aber alles geschenkt haben wollen" macht man es sich zu einfach und es stimmt auch einfach nicht. Nur sollte man den Leuten nicht Krempel abverlangen, welchen sie nicht brauchen
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Re: Zulassung zum Amateurfunkdienst (Lizenz) machen, ja oder nein?

#335

Beitrag von Jenso »

DL6WAB hat geschrieben:
Mi 11. Nov 2020, 14:04
Radnor hat geschrieben:
Mi 11. Nov 2020, 13:53
... das erscheint nur widersprüchlich wenn man es nicht verstehen will :roll:
Ich bringe es mal ganz konkret auf den Punkt. Es macht aus meiner Sicht nicht den geringsten Sinn, die Einstiegshürden (Klasse E) zum Amateurfunkdienst noch weiter abzusenken, sodass sich daraus nur noch reine "Kommunikationsfunker" rekrutieren. Das wäre fatal für den Fortbestand des Amateurfunkdienstes und ganz ehrlich, dass will auch niemand. Die Einzigen die das wollen sind die, die nichts dafür tun und alles geschenkt haben wollen. Die braucht der Amateurfunkdienst nicht!
Das bringt es auf den Punkt ihr seht euch als Funkdienst Kommunikation ist nicht erwünscht!
Keine Sorge ich werde keine Lizenz machen bleibe weiter der breaker der am Wochenende auf die Berge fährt und mit exportgerät und RM KL400 Betrieb macht :grrr:

Mir geht es ja Hauptsächlich um Kommunikation und Leute Kennenzulernen und mit dem Nächsten Sonnenzyklus kann auch ich wieder in die USA Funken hatte dieses Jahr schon 2 mal Brasilien kann nur besser werden.

Der Jenso
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Re: Zulassung zum Amateurfunkdienst (Lizenz) machen, ja oder nein?

#336

Beitrag von Nosensus »

DocEmmettBrown hat geschrieben:
Mo 9. Nov 2020, 21:08
CB, nicht für Marinefunk und auch nicht für Rundfunk. Ist total einfach zu verstehen. :D

Zu 3:
Nur gewerblich-wirtschaftliche Sachen sind bei AFu wirklich absolut verboten, also bei z.B. "Ich habe XYZ entwickelt und das könnt Ihr bei mir kaufen" würdest Du sehr schnell Ärger kriegen.
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Daniel da kenne ich jemand, der hat letztens auf AFU seine Bauteile für QO 100 RX und TX angepriesen und zum Kauf angeboten.....
Darüber regt sich niemand auf.
Aber wehe ich rede mit einem anderen über das Wahlergebnis in den USA, über Pedelecs, was über das Laden des Akkus meines E-Motorrades....
Träger ohne Ende auf den analogen Relais!
Letzteres trägt (auch) vielfach dazu bei, dass junge Leute lieber beim Smartphone bleiben
und in Chats über solche und andere Themen reden (schreiben).

Vor dem letzten AFU-Kurs hier an der FH Kaiserslautern vor Covid 19, interessierten sich 2 junge Burschen für mein MD380 HFG.
Als ich ihnen den Umgang und ein QSO vorgeführt hatte,
meinte der eine "Cool das so etwas auch auf Amateurfunk möglich ist und das zum Preis von unter 100 € "
(vielleicht erinnert sich Stefan DC2WP an das Gespräch? :wink: )

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Re: Zulassung zum Amateurfunkdienst (Lizenz) machen, ja oder nein?

#337

Beitrag von Nosensus »

Radnor hat geschrieben:
Mi 11. Nov 2020, 14:24
DL6WAB hat geschrieben:
Mi 11. Nov 2020, 14:04
Ich bringe es mal ganz konkret auf den Punkt. Es macht aus meiner Sicht nicht den geringsten Sinn, die Einstiegshürden (Klasse E) zum Amateurfunkdienst noch weiter abzusenken, sodass sich daraus nur noch reine "Kommunikationsfunker" rekrutieren. Das wäre fatal für den Fortbestand des Amateurfunkdienstes und ganz ehrlich, dass will auch niemand. Die Einzigen die das wollen sind die, die nichts dafür tun und alles geschenkt haben wollen. Die braucht der Amateurfunkdienst nicht!
hier sind wir eben unterschiedlicher Meinung aber das ist ja auch nicht schlimm.

Mit "will niemand" habe ich so mein Problem. Ich erkläre meine Meinung auch nicht für allgemeingültig und maße mir nicht an zu wissen "was niemand/oder alle wollen".

Die von Dir abfällig bezeichneten "Kommunikationsfunker" sind meiner Meinung nach aber genau das, was dem Amateurfunk gut tun würde! Was spricht denn gegen die "Kommunikationsfunker"? Wofür ist Funk denn letztendlich da? Wenn man den Nachwuchssorgen begegnen möchte, dann braucht man eben genau diese Kommunikationsfunker und nicht die introvertierten Männlein im Keller vor ihren Lötkolben. Denn wenn man jemand für den Amateurfunk begeistern möchte, dann bringt es absolut null den Interessierten das große Rauschen vorzustellen und zu sagen: "aber es sitzen viele Funker im Keller vor ihren Lötkolben"

Die Kommunikationsfunker tun niemanden weh und beleben die Frequenzen, machen sie lebendig! Wenn diese Kommunikationsfunker ihr Selbstbaurecht nicht wahrnehmen wollen und lieber fertige Geräte kaufen wollen ...ja und?

Das Selbstbaurecht stammt noch aus einer Zeit in der es nichts gab und wenn man es nicht bezahlen konnte. Diese Zeit ist vorbei, überholt und Geschichte... ich verstehe, wenn das einige bedauern aber es ist nun mal so. Kaum ein neuer Funkamateur betreibt noch ernsthaften Selbstbau. Da wird ein N-Stecker angelötet, vielleicht ein Filter oder eine Antenne gebaut und Gerätchen programmiert aber dann hört es doch auch schon auf. Hier sollten wir der Entwicklung Rechnung tragen und es den Kommunikationsfunkern auf 70cm, 2m und 10m nicht so schwer machen. Denn auch von diesen Leuten werden dann einige dabei sein welche irgendwann mehr wollen ...dadurch generiert man doch den Nachwuchs, den wir so dringend brauchen. Mit ewig gestigen Ansichten fahren wir die Karre in den Sand...

...und zu behaupten "alles haben wollen aber alles geschenkt haben wollen" macht man es sich zu einfach und es stimmt auch einfach nicht. Nur sollte man den Leuten nicht Krempel abverlangen, welchen sie nicht brauchen
Klaus von mir volle Zustimmung dazu!
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Re: Zulassung zum Amateurfunkdienst (Lizenz) machen, ja oder nein?

#338

Beitrag von DocEmmettBrown »

Jenso hat geschrieben:
Mi 11. Nov 2020, 14:44
Keine Sorge ich werde keine Lizenz machen bleibe weiter der breaker der am Wochenende auf die Berge fährt und mit exportgerät und RM KL400 Betrieb macht :grrr:
Und genau das ist extrem unsportlich, wenn Du mit QRO sendest und viele Legalfunker Dir antworten, Du sie aber nicht hörst. :sdown:
Radnor hat geschrieben:
Mi 11. Nov 2020, 12:36
Wer die E schafft, der schafft mit unwesentlich mehr Zeitaufwand auch die A. Vorschriften und Betriebstechnik sind eh identisch
Also ein bißchen Mehraufwand ist es schon, aber trotzdem sehr überschaubar. Ich bin ebenfalls der Meinung, daß zumindest die meisten, die die E schaffen, auch die A bewältigen würden. Deswegen würde ich jedem, der plant, für AFu zu lernen, erst einmal empfehlen, auf die A zu lernen. Merkt er dann "unterwegs", daß er aus beruflichen, zeitlichen oder privaten Gründen sich zuviel vorgenommen hat, kann er immer noch mit der E einen Zwischenstop einlegen.
Radnor hat geschrieben:
Mi 11. Nov 2020, 14:24
Die Kommunikationsfunker tun niemanden weh und beleben die Frequenzen, machen sie lebendig! Wenn diese Kommunikationsfunker ihr Selbstbaurecht nicht wahrnehmen wollen und lieber fertige Geräte kaufen wollen ...ja und?
Klaus, wenn Du den Autoführerschein machst, erwirbst Du immer auch das Recht, auf der Autobahn fahren zu dürfen. Jetzt könntest Du kommen und sagen: "Ich will aber nie auf die Autobahn, sondern bleibe bei Bundes- und Landstraßen." Dann wirst Du aber trotzdem keinen Rabatt bei der Führerscheinprüfung erhalten, weil der Autobahnteil eben nun mal dazugehört. So, und das bild jetzt mal auf den AFu ab!
DL6WAB hat geschrieben:
Mi 11. Nov 2020, 14:36
Radnor hat geschrieben:
Mi 11. Nov 2020, 14:24
... und es den Kommunikationsfunkern auf 70cm, 2m und 10m nicht so schwer machen.
Macht man doch gar nicht, ist doch ganz einfach! CB Funk, PMR, Freenet, LPD ist doch alles schon da ohne jede Einstiegshürde!
Das sehe ich anders, das hat aber mit der von mir ins Fadenkreuz genommene "Maker-Szene" zu tun. Eine Woche lang lernen und dann mit 10/2/70 ein bißchen spielen dürfen, könnte da ein interessantes Appetithäppchen sein, welches in dieser Art und Weise mit einem Nannycall nicht funktioniert. Natürlich spekuliere ich darauf, daß viele der K-Lizenzler, nachdem sie erst einmal Blut geleckt haben, dann recht zügig auf E oder A aufrüsten. Die K-Lizenz als reine Makerszene-Anfütterungslizenz, das könnte ich mir vorstellen. (Nein, Klaus, die können schon alle löten. :lol: )
Nosensus hat geschrieben:
Mi 11. Nov 2020, 15:34
DocEmmettBrown hat geschrieben:
Mo 9. Nov 2020, 21:08
Nur gewerblich-wirtschaftliche Sachen sind bei AFu wirklich absolut verboten
Daniel da kenne ich jemand, der hat letztens auf AFU seine Bauteile für QO 100 RX und TX angepriesen und zum Kauf angeboten.....
Darüber regt sich niemand auf.
Aber wehe ich rede mit einem anderen über das Wahlergebnis in den USA, über Pedelecs, was über das Laden des Akkus meines E-Motorrades....
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Meine Ansichten zu Störern und Trägerstellern sind hinreichend bekannt. Ich habe das aber auch schon bei der mittwöchlichen Damenrunde auf DB0XK gehört, wenn die da über ihre Rosenzüchtungen und gebackenen Kuchen sprechen und dann von irgendwelchen *rschgeigen gestört werden. Tja, was soll man dazu noch sagen... :(

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Re: Zulassung zum Amateurfunkdienst (Lizenz) machen, ja oder nein?

#339

Beitrag von DC5WP »

Radnor hat geschrieben:
Mi 11. Nov 2020, 11:21
Hat jemand aber die A-Lizenz gemacht dann kann es durchaus sein, dass er noch nicht einmal in der Lage ist einen Antennenstecker oder ein Mikrofonkabel anzulöten. Man lernt nach der derzeitigen Prüfungspraxis absolut null und nichts, was einem Neueinsteiger einen praktischen Nutzen bringt, dass ist es was ich meine.
Es ist ja auch eine theoretische Prüfung ?!? ... Also da verstehe ich das Problem nicht ... Theorie und Praxis sind zwei grundlegend unterschiedliche Dinge. Und in der abgeprüften Theorie geht in erster Linie darum, dass man die Amateurfunkstelle nach bestem Wissen und Gewissen sicher für sich selbst und die Umwelt betreibt.

Um beim Thema Motorboot zu bleiben .... derjenige der den Motorbootführerschein hat, kann Boot fahren. Um das Boot X von der Firma Y bewegen zu können braucht er zum einen einen Führerschein und zum zweiten sollte er die Bedienungsanleitung des Bootes soweit studiert haben, dass er alle Knöpfe richtig bedient.
Wenn es um Wartung, Instandhaltung und Umbau geht, dann ist er entweder so etwas wie ein KFZ-Mechaniker und lernt das nötige Wissen als "Extra" in seiner Freizeit hinzu oder er geht zu einem Bootsmechaniker (keine Ahnung wie der spezielle Beruf lautet).

Es gibt aber auch so spezielle Leute, die sich in Ihrer Freizeit um nichts anderes kümmern und dann mit sehr viel Leidenschaft sich das komplette nötige Wissen und auch die Fertigkeiten dazu aneignen und ggf. ein eigenes Boot sogar selbst bauen - dauert allerdings dann Jahre......

Also ist es irgendwie ziemlich exakt das gleiche......

Also durch eine erfolgreich abgelegte Amateurfunkprüfung bekommt man zwar das Recht einen selbstgebauten Sender (unter Abwägung der damit verbundenen Risiken die man laut der abgelegten Prüfung auch einschätzen kann) zu betreiben, aber auf keinen Fall die nötigen Kenntnisse um etwas selbst zu bauen.
Und für mich bedeutet der Selbstbau auch nicht ausschließlich das Aufbauen eines Bausatzes oder das Zusammenstecken von Modulen. Selbstbau ist auf jeden Fall auch die Eigenentwicklung.

Radnor hat geschrieben:
Mi 11. Nov 2020, 11:21
Bestes Beispiel ist meine Lebensgefährtin: Sie ist Erzieherin und hat mit Elektrotechnik oder mit Funk allgemein gerade mal garnix am Hut. Sie hat von meinen "Schreiborgien" zum Thema Amateurfunklizenz immer wieder mal was mitbekommen und hat sich zu einem Experiment überreden lassen: Sie hat (mit wie gesagt null Vorkenntnis) sich die ausgedruckten Prüfungsfragen zur Klasse A vorgenommen und diese paralell mit dem Moltrecht Onlinekurs durchgearbeitet. Nach sechs Wochen wurde die Prüfung in Eschborn erfolgreich abgenommen und Sie ist jetzt Funkamateuse der Klasse A, hat aber trotzdem nichts gelernt was Ihr im praktischen Betrieb helfen würde. Von Selbsbau (von was auch immer) reden wir jetzt besser erst gar nicht. Genau das ist es was ich meine, Sie musste jede Menge doch "schwierigen Kram" lernen, der Ihr aber unterm Strich absolut nichts gebracht hat und genau das gehört meiner/unserer Meinung nach eben geändert bzw. verbessert.
Tja, ist doch super das sie es hinbekommen hat. Das Experiment ist ja zum Glück geglückt. Und wenn Du jetzt die Hürden höher legen würdest wäre dieses Experiment eventuell gescheitert. Und ich finde es sollte eine Hürde sein, die jeder ohne Probleme meistern kann - wenn ein gewisser Wille da ist.
Ich für meinen Teil finde es extrem gut wenn viele Funkamateure da sind - wieso soll ich mich anstrengen und möglichst vielen die Hürde so hoch legen, dass das wunderschöne Hobby anderen verwehrt bleibt?

Hättest ja auch ein alternatives Experiment machen können:
Die Hürden so weit nach oben schrauben, bis sie nicht bestanden hätte ..... das wäre aber ein nicht gerade schönes Experiment.

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Re: Zulassung zum Amateurfunkdienst (Lizenz) machen, ja oder nein?

#340

Beitrag von Freiburger »

Ehrlich,

meine Motivation die Prüfung abzulegen ist nach diesem Thread auf Null.

Besser ich lasse euch eure Spielwiese. Für was hat man denn ein Funkgerät, wenn nicht zum Funken? Um die regelmäßig auf dem Messplatz nachzumessen? Dafür ist mir dann doch die Zeit zu schade. Dann höre ich lieber die letzten KW Stationen, auch wenn die Hälfte chinesisch ist.

Viel Spaß noch.

Kai
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QTH: Strasbourg [JN38VN], Freiburg [JN37WX]
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Re: Zulassung zum Amateurfunkdienst (Lizenz) machen, ja oder nein?

#341

Beitrag von Radnor »

DC5WP hat geschrieben:
Mi 11. Nov 2020, 16:00


Es ist ja auch eine theoretische Prüfung ?!? ... Also da verstehe ich das Problem nicht ... Theorie und Praxis sind zwei grundlegend unterschiedliche Dinge. Und in der abgeprüften Theorie geht in erster Linie darum, dass man die Amateurfunkstelle nach bestem Wissen und Gewissen sicher für sich selbst und die Umwelt betreibt.
aber da sind wir doch an dem Punkt wo sich der Hund in den Schwanz beist :roll:
Es ist nur eine theoretische Prüfung aber nach bestehen der Prüfung hat der Prüfling das Recht einen Sender selbst zu bauen. Wie kann er das sicher können, wenn ihm der Umgang mit einem Lötkolben nicht geläufig ist?

Im Prinzip ist das so, als wenn jemand der den Autoführerschein macht, gleichzeitig das Recht eingeräumt wird seine TÜV Untersuchungen selbst zu machen, seine Abgaswerte selbst einzustellen, seine Bremssättel zu zerlegen und sein Reifenprofil nachzuschneiden...
Also durch eine erfolgreich abgelegte Amateurfunkprüfung bekommt man zwar das Recht einen selbstgebauten Sender (unter Abwägung der damit verbundenen Risiken die man laut der abgelegten Prüfung auch einschätzen kann) zu betreiben, aber auf keinen Fall die nötigen Kenntnisse um etwas selbst zu bauen.
genau, man darf dann plötzlich etwas, was ja auch im weitesten Sinne gefährlich ist/sein kann (deshalb muss man ja dafür eine Prüfung machen, damit man weiß was man macht) ...muss aber eben die Fähigkeit zur umsetzung dieser Kenntnisse nicht nachweisen ...ja, macht wirklich Sinn :tup:
Ich für meinen Teil finde es extrem gut wenn viele Funkamateure da sind - wieso soll ich mich anstrengen und möglichst vielen die Hürde so hoch legen, dass das wunderschöne Hobby anderen verwehrt bleibt?
nichts anderes möchte ich doch: für die Einsteiger keine unnötig hohe Hürde, damit sie relativ schnell und einfach bei dem schönen Hobby mitmachen können. Dann sind sie schon mal "richtig dabei", haben Kontakt zu anderen Funkamateuren, schließen sich vielleicht einem OV an und sehen was noch so alles geht und der Wunsch nach mehr wächst... dann ist immer noch die Zeit für eine große Lizenz zu lernen, sich die Fähigkeiten und das nötige Wissen anzueignen ...dann die Steigerung mit erfolgreicher Prüfung zur Klasse E oder A

...aber für den interessierten Neueinsteiger gleich eine Prüfung mit dem Stoff der größten Klasse (A), (lediglich mit ein paar Fragen weniger, bei identischem Lernstoff) als Hürde für den Einstieg aufzubauen, widerspricht doch auch Deiner obigen Aussage/Einstellung
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Re: Zulassung zum Amateurfunkdienst (Lizenz) machen, ja oder nein?

#342

Beitrag von DC5WP »

Freiburger hat geschrieben:
Mi 11. Nov 2020, 16:31
Ehrlich,

meine Motivation die Prüfung abzulegen ist nach diesem Thread auf Null.

Besser ich lasse euch eure Spielwiese. Für was hat man denn ein Funkgerät, wenn nicht zum Funken? Um die regelmäßig auf dem Messplatz nachzumessen? Dafür ist mir dann doch die Zeit zu schade. Dann höre ich lieber die letzten KW Stationen, auch wenn die Hälfte chinesisch ist.

Viel Spaß noch.

Kai
Nein, es gibt auch Menschen die sich gerne Unterhalten und denen der Funkbetrieb die wichtigste Facette des Amateurfunks ist. Egal in welchem Freizeitbereich man sich bewegt - es gibt immer angenehme Mitstreiter und die weniger angenehmen ....... Beim Amateurfunk hat man die einzigartige Möglichkeit viele weltoffene Freunde kennen zu lernen ..... und das auch gerne in anderen Ländern ;-) .... und man findet immer mindestens eine Handvoll Leute die ziemlich ähnliche Interessen wie man selbst haben.

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Re: Zulassung zum Amateurfunkdienst (Lizenz) machen, ja oder nein?

#343

Beitrag von Didi_HH »

Freiburger hat geschrieben:
Mi 11. Nov 2020, 16:31
Ehrlich,
meine Motivation die Prüfung abzulegen ist nach diesem Thread auf Null.
Besser ich lasse euch eure Spielwiese. Für was hat man denn ein Funkgerät, wenn nicht zum Funken? ..
Wenn du einen Funkscanner hast - oder WEBSDR - einfach mal 70cm FM Relais hören - da gibt es "Relais-Ketten", die hört normal Halb Deutschland
(DBØWAS - DBØWUR - DBØSUN etc.) das geht von Hamburg bis runter nach Bayern und macht trotzdem keiner Betrieb da drauf. Und wenn, rufen eh immer die gleichen oder es wird halt kein "CQ" beantwortet... 2m FM oder 2m SSB ist noch toter.

Oder du hörst dir die 80Meter Runden an; alte weiße Männer die sich gegenseitig beeumeln... auch schön.

Aktuell geht es wieder ein bisschen nach oben und man hört mal wen sprechen. Bedingt durch "feuchtes Wetter + Nebel" sind z.Zt. UKW Überreichweiten und "angehobene Bedingungen"; aber sonst ist da auch tote Hose. Amateurfunk ist ebend mittlerweile ein totes Pferd.

Mfg
Zuletzt geändert von Didi_HH am Mi 11. Nov 2020, 16:41, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Zulassung zum Amateurfunkdienst (Lizenz) machen, ja oder nein?

#344

Beitrag von DocEmmettBrown »

Freiburger hat geschrieben:
Mi 11. Nov 2020, 16:31
meine Motivation die Prüfung abzulegen ist nach diesem Thread auf Null.

Besser ich lasse euch eure Spielwiese. Für was hat man denn ein Funkgerät, wenn nicht zum Funken?
Aber Du darfst doch funken, das verbietet Dir doch niemand. Entweder ohne Lizenz oder je nach Wohnort mit einer passenden AFu-Lizenz. Daß der Thread hier etwas kontrovers ist, liegt daran, daß es keine Einheitsmeinung gibt, sondern Meinungsvielfalt. Das sähe ich an Deiner Stelle doch eher positiv.
Freiburger hat geschrieben:
Mi 11. Nov 2020, 16:31
Um die regelmäßig auf dem Messplatz nachzumessen?
Das müßtest Du rein theoretisch auch bei CB, macht aber so gut wie niemand, zumindest nicht alle zwei Jahre. Also das wäre kein Grund, auf's Funken zu verzichten.
DL6WAB hat geschrieben:
Mi 11. Nov 2020, 16:21
Vielleicht wäre es für den Kreis der reinen Kommunikationsfunker [...] einfacher und auch zielführender, die Bereiche in den Funkanwendungen (CB, PMR, Freenet usw.) attraktiver zu gestalten. Hier sollten durch die Teilnehmer und ihre Organisationen mal entsprechende Vorstöße unternommen werden.
Hatte ich mal hier im Forum angeregt, war aber nicht gewünscht. Speziell bei CB fehlt die Ablage von den 10 m-Geräten, damit die CBler mal gescheiten Relaisbetrieb machen könnten. Aber wie gesagt: Will keiner. :clue:

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Re: Zulassung zum Amateurfunkdienst (Lizenz) machen, ja oder nein?

#345

Beitrag von ultra1 »

DC5WP hat geschrieben:
Mi 11. Nov 2020, 16:00
Hättest ja auch ein alternatives Experiment machen können:
Die Hürden so weit nach oben schrauben, bis sie nicht bestanden hätte ..... das wäre aber ein nicht gerade schönes Experiment.
"Warum nicht, dem Niveau zu liebe .

So werden verwaiste Bänder, der kommerziellen Nutzung zugeteilt .
Damit läßt sich mehr Geld verdienen und das experimentelle, sowie die Unterstützung der technischen Entwicklung ist seit der Erteilung der ersten Sendelizenzen im berühmten Jahr 1933, sowieso immer weniger gefragt .

Der Funkamateur hat seine Schuldigkeit getan .
Der Funkamateure darf gehen ."


Wenn Wir Hobbyfunker mit oder ohne Krawattennadel uns so weiter Streiten, bleibt nur ein Phönix übrig .
:seufz:



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