PMR/DMR - Funkgeräte für versierte Kinder, aber gerne auch mehr

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Lattenzaun
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Re: PMR/DMR - Funkgeräte für versierte Kinder, aber gerne auch mehr

#61

Beitrag von Lattenzaun »

...ach, der Peter ist das immer hier auf PMR mit 4,2 kw :dlol:

Über 16 Kanäle Vollanschlag in DL Nord...machst Du was mit QSL Karten? :dlol:

73,

Bernhacht
Ich habe eine gespaltene Persönlichkeit, notfalls führe ich mit mir selbst ein QSO !!!
arnie
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Re: PMR/DMR - Funkgeräte für versierte Kinder, aber gerne auch mehr

#62

Beitrag von arnie »

Derzeitiger Stand der günstigen Geräte (die alle schneller kamen)... jeweils ein Paar.
leider fehlt mir eine Gegenstelle mit S-Meter, daher ist dies hier rein subjektiv (ggf. kaufe ich mir noch ein SDR irgendwas receiver).

Von Höchste Reichweite bzw. beste Verständlichkeit absteigend
  1. Midland G9 Pro
    Ohne Frage die beste Verständlichkeit gut über 30% Mehr an Reichweite, überdies mit Abstand das lauteste Gerät! Lautstärke nimmt auch mit Distanz nicht ab, wie bei den Motorola. Interessanterweise hört man kaum reproduzierbar nur einen Unterschied zwischen normaler PTT und "Boost"-PTT. Laut Handbuch sollte normal 0.1W und mit Boost 0.5W Ausgangsleistung anliegen. Ich würde jetzt mal davon ausgehen, dass das stimmt und nicht aufgebohrt ist.
    Funkt man damit zu anderen Geräten, gibt es immer einen "Squelch-Tail" (Deutscher Begriff?). Zwischen den Geräten nicht. In der Anleitung steht, dies sei explizit unterdrückt durch einen "SideTone". Lasst mich raten, das ist alles nicht standardisiert, daher am besten echt Geräte gleichen Herstellers/Serie miteinander nutzen? :roll:
    Die Verarbeitung wirkt leider nicht gut, bzw. der Plastik wirkt dünn. Keine Dichtungen und damit kaum Vertrauen, dass dieses Gerät einen heftigen Regen aushalten würde.
    Hab keine Ahnung wo man hier eine Trageschlaufe festmachen könnte, deswegen eigentlich ein No-Go!
  2. Motorola T82 ausgeliehen von Bekannten
    klar schlechter als das G9, aber besser als das T92. Lautstärke nimmt mit Distanz wenig ab, aber merklich.
    Kaum hinstellbar, dieser große offene Ring unten am Gerät ist wahrscheinlich zur Befestigung mit Karabinern, was eigentlich eine coole Eigenschaft ist - kombiniert mit senkrecht hinstellbar wäre es ideal.
    Der Plastik wirkt recht dünn, erweckt gerade überm Display den Eindruck, dass einmal auf einen Stein fallengelassen, dieser zersplittern könnte.
  3. Motorola T92
    Von der Verarbeitung her und den klar erkennbaren Dichtungen das Gerät welches am robustesten für Kinder wirkt, wenngleich das Display diesbezüglich dann doch Fragen aufwirft.
    Im Nahbereich (300m Im Ort, 500m im Wald) ok... danach nimmt Rauschen sehr deutlich zu. Besondres auffällig ist, dass die Lautstärke der Sprache immer weiter abnimmt. Das war bei allen anderen nicht so.
  4. Retevis RT648
    Rauscht schon im Nahbereich deutlich mehr als alle besser bewerteten. Trotzdem ist die Reichweite eigentlich am zweitbesten - nur macht das so keinen Spaß.
    Die Verarbeitung wirkt insgesamt am besten, auch die Dichtungen. Das T92 wirkt wegen der Gummierung ggf. noch massiver "stabiler", aber den den harten Missbrauch in Wald und Fels übersteht dieses Gerät gefühlt am besten. Aufgrund der schlechteren Sprachqualität und sporadischen Rausch Events aber eher unattraktiv.
    Mir und den Kids gefällt sehr, die deutlich einfachere Bedienung. Einfach einschalten, Kanal einstellen per drehen und fertig. Klar ist aber, dass dies auch schneller zum Verstellen führt.
  5. Radioddity PR-T - die von den Großeltern geschenkten 30€ (für zwei Geräte) - die es zu schlagen galt
    wie erwartet ganz hinten. Oft ein Drittel der Reichweite der G9, auf offenem Feld gar <20% bevor massive sporadische Unterbrechungen +Rauschen einsetzt. Trotzdem, für den Preis gerade für Kleinkinder die sich kaum 200m weg bewegen sicher auch spaßig. Sie funktionieren, das reicht evtl. ;-)
Es scheint sich aber eine deutliche Korrelation von Preis/Performance abzuzeichnen. Die längsten Antenne bringt aber auch die größten Reichweite - auch das hätte ich so erwartet, wenngleich noch länger als Lambda/4 wohl auch wieder kontraproduktiv werden sollte?! Ich bin gespannt was die teureren Geräte leisten werden.
Deutlich stabilerer Plastik, wegen mir auch Metall und möglichst abgedichtet, mindestens die Reichweite des G9... da wäre man dann schon nah dran. Alle bis auf die G9 gehen zurück, wobei ich wie gesagt noch überlege was ich beschaffen könnte um wirklich Signalstärken zu messen, Tips? Ein SDRplay mit brauchbarer Antenne?


Wie in diesem thread angesprochen irritiert mich, die oft recht lange Latenz von Betätigen der PTT-Taste bis am anderen Ende tatsächlich der Squelch öffnet. Verglichen ohne "Roger Beep", ohne DCS CTCSS evtl. kürzer, aber gut ist es nicht.
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prof.dr.m
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Re: PMR/DMR - Funkgeräte für versierte Kinder, aber gerne auch mehr

#63

Beitrag von prof.dr.m »

Ich bin jetzt kein so Spezialist wie z.B. Walter, aber soweit ich mich erinnere, ist eine lange Antenne im Freien natürlich von Vorteil, kann aber u.a. Bedingungen wie z.B. im Haus oder Fahrzeug eher das Gegenteil bewirken.
Es gibt eben keine Eierlegende Wollmilchsau :-)
Kolonnenfahrer mit Stabo FC-650 und bgl. AEG Voxtel R320/Brondi FX332/Binatone Action 1100 (alle mit Kanal 9),Midland G7E PRO MAG
:thdown: Kein CB-Funk! :nono:
Benutze ja auch keinen LKW/Anhänger zum Einkaufen! :think:

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Re: PMR/DMR - Funkgeräte für versierte Kinder, aber gerne auch mehr

#64

Beitrag von 13CT925 »

prof.dr.m hat geschrieben: So 23. Mai 2021, 14:59 ....und DPMR ist nicht mit DMR kompatibel.
Naja, ganz so pauschal kann man das nicht sagen.
Es ist zwar richtig, das manchmal dPMR-Geräte eines Herstellers nicht miteinander reden wollen, aber es gibt auch dPMR-Geräte, die mit DMR-Geräten reden, zumindest einseitig.
arnie hat geschrieben: So 23. Mai 2021, 18:44 [Warum eine (gewickelte) Antenna kürzer Lambda/4 wie oben irgendwo geschrieben besser sein kann als eine lambda/4 Antenne erschließt sich mir z.B. grade nicht sofort, jedenfalls nicht orthogonal zur Antenne gemessen, da würde ich eher eine Art hässlicher Dispersion erwarten. Ich hab zwar den Drang alles zu möglichst gut zu verstehen, aber ich bin alt genug erkannt zu haben, dass man dafür gar nicht die Zeit hat.
%)
Diese Überlegung ist zunächst mal richtig.
Erste Antennenphysik: Je breitbandiger eine Antenne ist, desto schlechter wirkt sie im einzelnen.
Die Antennen der Amateurfunk-Handgeräte haben zwar die ideale Länge von ca. 16cm für das 70cm-Band, müssen aber gleichzeitig auch noch auf dem 2m Band funktionieren.
Sie sind für einen Bereich von über 300Mhz ausgelegt, womit man einen gewissen Kompromiss im Wirkungsgrad eingehen muss.
Will man nur auf PMR funken, wäre rechnerisch 16,8cm als lambda/4 die beste Länge. So eine Antenne ist einer Duoband-Antenne mit gleicher Länge überlegen.
Zweite Antennenphysik: Wenn man eine Antenne verkürzt, sinkt der Wirkungsgrad.
Da 16cm für ein zierliches PMR-Spielzeug unhandlich und lustig wäre, werden diese Antennen verkürzt.
Damit verringert sich zwar die Wirkung, ist aber u.u. immer noch besser wie die längere Duoband-Antenne.
Apropos schlechter Wirkungsgrad:
Da ein PMR nicht 500mW Sendeleistung, sondern 500mW Abstrahlleistung machen darf, hätte man mit 0,5W Sendeleistung ja nicht den ganzen gesetzlichen Rahmen ausgeschöpft.
Aus diesem Grund machen PMR-Geräte bei einer optionalen höheren Sendestufe ungefähr 800-1000mW, um durch die "schlechte" Antenne auf die gesetzlichen 500mW ERP zu kommen. Was natürlich auch zu Lasten des Akkus geht.

arnie hat geschrieben: Mo 24. Mai 2021, 13:05 Warum gibt es PMR/Freenet Geräten keine einfach zugänglichen Regler mehr für den Squelsh wie bei den benannten CB Handgeräten - die sind ja da deutlich "einfacher zu bedienen"
Früher waren die Rauschsperren feldstärkeabhängig, deswegen musste man den jeweiligen Grenzwert einstellen können.
Mittlerweile arbeiten die Rauschsperren als Rauschauswerter.
Wenn das Rauschen weniger wird und ein Frequenzhub detektiert wird, öffnet die Rauschsperre, fast unabhängig von der Feldstärke.

arnie hat geschrieben: Mo 24. Mai 2021, 13:05 Wenn dem wirklich so ist, SORRY, das ist in meinem Kopf so unlogisch, dass ich da nie drauf gekommen wäre. Ein Laie darf ja auch nen Laserpointer in die Hand nehmen wo nur 1mW rauskommt, auch wenn der intern das 100fache hat, ist halt ein Filter eingebaut.
Achja, du bist ja Fachmann für Laser.
Nebenbei bemerkt, darf man als lizenzierter Funkamateur auch mit Lasern bis Laserklasse 3B (500mW) hantieren.
Auf Flohmärkten (das gabs früher mal) findet man gelegentlich auch mal CNC-Laser mit 2500mW für 50€.....

arnie hat geschrieben: Mo 24. Mai 2021, 13:58 Die Amateurfunkgeräte dabei werde ich nur für den Empfang prüfen, einen Scanner hab ich mir noch nicht ausgeguckt.
Scanner ist ein eigenes Kapitel, da solltest du evtl. ein eigenes Thema aufmachen
arnie hat geschrieben: Mo 24. Mai 2021, 15:14 also ich habe weiterhin den Anspruch die bestmögliche legale Geräte zu beschaffen.
Da ja der Preis nicht vorrangig ist, es gibt auch Betriebsfunkhersteller, die lizenzfreie PMR-Geräte im Sortiment haben, z.B. Motorola, Hytera, Kenwood oder ICOM.
Bekannte Vorzüge sind z.B. gute Robustheit gegenüber Schlag, Staub und Untertauchen, noch bessere Antennen, oder technische Gimmicks wie Alarmfunktion oder "alone worker"
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Krampfader
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Re: PMR/DMR - Funkgeräte für versierte Kinder, aber gerne auch mehr

#65

Beitrag von Krampfader »

13CT925 hat geschrieben: So 6. Jun 2021, 09:48 Erste Antennenphysik: Je breitbandiger eine Antenne ist, desto schlechter wirkt sie im einzelnen.

Zweite Antennenphysik: Wenn man eine Antenne verkürzt, sinkt der Wirkungsgrad.
13CT925 hat geschrieben: So 6. Jun 2021, 09:48 Will man nur auf PMR funken, wäre rechnerisch 16,8cm als lambda/4 die beste Länge.
Dritte Antennenphysik: Verkürzungsfaktor (VK) nicht vergessen, so besitzt das legale ALINCO DJ-A446 (PMR446) eine Antenne mit genau 14,5cm (vermutlich ist diese "High Gain Antenna" aber noch zusätzlich verkürzt), siehe Foto:

Bild

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Re: PMR/DMR - Funkgeräte für versierte Kinder, aber gerne auch mehr

#66

Beitrag von 13CT925 »

Danke Andreas, ich wollte jetzt aber nich sooooo sehr in die Tiefe gehen 8)
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