Innovations-Bewerb: Low-Cost "Gain-Master 5/8" (Eigenbau)

Krampfader
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Re: Innovations-Bewerb: Low-Cost "Gain-Master 5/8" (Eigenbau)

#646

Beitrag von Krampfader » Sa 9. Jun 2018, 14:23

An alle RG-58-Bastler, Thema "Integrierter Kondensator"

Bin gerade ein wenig am Experimentieren. Hab mir gestern bei meiner morgendlichen "Sitzung" die "Reisstäbchen-Methode" ausgedacht, die wie folgt funktioniert: Für die Anfertigung des Kondensators braucht man gar keine Lüsterklemme. Lediglich ein Reisstäbchen, Kabelbinder und Isolierband. Der Kondensator (aber auch der komplette obere 3,45m lange Strahler) wird hierbei aus einem durchgehenden Stück (billigem) RG-58 gefertigt, siehe Fotos:

Zuerst wird die Position und Länge des Kondensators angezeichnet und links und rechts davon in einer Breite von 2cm der Kunstoffmantel entfernt:
Bild
Volle Auflösung: https://img3.picload.org/image/doilgwci/img_1944.jpg

Danach wird (auf der Seite des oberen Strahlers) die Schirmung geöffnet (mittels Längsschnitt) und die Seele auf einer Länge von 2cm herausgezwickt. Die Schirmung bleibt. An der Seite des unteren Strahlers wird hingegen die Schirmung entfernt, die Seele bleibt:
Bild
Volle Auflösung: https://img3.picload.org/image/doilgwcw/img_1957.jpg

Sicherheitshalber wird dann noch an der Seite des oberen Strahlers die verbliebene Schirmung mit Isolierband umwickelt damit der Kondensator nicht ungewollt kurzgeschlossen wird (ein Kurzschluss beim oberen Strahler dürfte hingegen egal sein):
Bild
Volle Auflösung: https://img3.picload.org/image/doilgwir/img_1964.jpg

Das Reisstäbchen gibt dem Ganzen mechanische (Biege-)Festigkeit und obendrein Zugentlastung. Schrumpfschlauch darüber und fertig ist der Kondensator :)

Für den unteren Teil (sprich dem Abschnitt mit dem Stub) werde ich mir eine ähnliche einfache Bauart überlegen. Bin gespannt ob diese Antenne dann überhaupt noch funktioniert ... mal sehen.

Grüße

Andreas

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Re: Innovations-Bewerb: Low-Cost "Gain-Master 5/8" (Eigenbau)

#647

Beitrag von Nasa » Mi 13. Jun 2018, 22:48

So .. am Wochenende hatte ich vor ein bisschen zu experimentieren.

Daher habe ich begonnen mir eine neue Experimentier-Gainmaster zu bauen.
Wieder aus demselben RG58, aber diesmal mit Spule 16 Windungen aufgewickelt auf einer Gasdose
mit ca. 66mm Außendurchmesser. Damit ich die Spule wieder runter bekomme, wurde erst ein bisschen Papier als
Unterlage aufgebracht. Nach dem nicht zu festen Wickeln der Spule wurde diese mit Heißkleber fixiert.
Da nur Heißkleber nicht so stabil ist, habe ich die Spule zusätzlich noch mit schwarzem Panzertape fixiert.

20180610_095950.jpg

Den Kondensator hatte ich zu Beginn aus demselben durchgehenden Stück RG58 gebaut und wollte dann messen,
ob ich damit den induktiven Blindanteil durch verschieben vollständig kompensieren kann.

20180610_095336.jpg

Ich wollte den komplexen Fußpunkwiderstand also OHNE Stub messen, um diesen dann später selbst per Smith-Diagramm zu ermitteln.
Jedoch habe ich nicht bedacht: Mein miniVNA sitzt nicht da wo er hierzu sitzen sollte: in der Dipol-Mitte!
Da bin ich erst später darauf gekommen, deswegen zeige ich hier auch keine Messergebnisse da sowieso für die Katz :clue:
Erhalten sollte ich eigentlich laut meinem EZNEC-Modell ca. Z=203 + j552 Ohm. Dabei würde dann ein Kondensator mit ca. 10,6 pF den induktiven
Blindwiderstand bei 27MHz kompensieren.

Was ich mich aber an dieser Stelle frage: Das würde vermutlich auch der Stub alleine hinbekommen, oder? Ein Stub kann auch komplexe Impedanzen anpassen .. wozu dann also der Kondensator? Ist die Antenne mit diesem Aufbau breitbandiger? Wo liegen die Vorteile dieser Lösung?

So habe ich also den Kondensator gegen die Lüsterklemmen-Lösung eingetauscht .. nicht weil es besser ist, aber ich konnte so leichter einen Drehkondensator verwenden um besser zu experimentieren .. anderes Koaxialkabel ... eine Brücke einsetzen etc. etc.

20180610_134136.jpg

Das gute dabei: die Antenne wird zusätzlich am GFK-Mast fixiert. :tup:

.. to be continued.

Gruß
Lothar
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Krampfader
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Re: Innovations-Bewerb: Low-Cost "Gain-Master 5/8" (Eigenbau)

#648

Beitrag von Krampfader » Do 14. Jun 2018, 08:42

Schönen Guten Morgen Lothar :)

Vielen Dank für Deinen Bericht und die tollen Fotos, Bilder sagen eben mehr als 1.000 Worte. :thup:

Hmmm. Meinem bescheidenen Verständnis nach ist die obere Dipol-Hälfte mit ihren 345cm um 70cm länger als die übliche Länge Lambda/4 mit ihren 275cm. Der Kondensator dient hierbei dann offensichtlich als Kompensierung bzw. Längenanpassung. Für den unteren Dipol-Teil (welcher aus dem Coax-Mantel besteht und mit seinen 345cm ebenfalls überlang ist) übernimmt diesen Part vermutlich der Stub. So ganz ist mir die Funktionsweise dieser Antenne sowieso noch immer nicht ganz klar ...

Wie auch immer. Hauptsache diese Antennenbauart funktioniert ;)

Zum Bau der Spule: Bei der "T2LT-Antenne" hab ich das Coax-Kabel einfach Windung für Windung spaltfrei nebeneinander gelegt und abschließend mit kleinen Tröpfchen dünnflüssigem Sekundenkleber punktuell miteinander verklebt. Der Sekundenkleber verläuft dabei in den Rillen über den ganzen Umfang. Nur nicht zu viel an Kleber einträufeln, ansonsten besteht die Gefahr dass sich die Spule mit dem Untergrund verklebt. Man muss sich nur überlegen wie man dann die Spule vom Wickelkörper wieder abziehen kann (vielleicht zwei, drei Lagen Zeitungspapier darunter welches man dann mit Wasser aufweicht ??). Lediglich am Beginn+Ende der Wicklung kommt dann noch ein Kabelbinder zur Absicherung gegen "Aufschälen" der Verklebung, siehe Foto: https://img1.picload.org/image/doapgcai/img_0477.jpg

Bild
Volle Auflösung: https://img1.picload.org/image/doapwgwl/img_0390.jpg
Quelle: viewtopic.php?f=15&t=45250&start=570#p508467

Eventuell könnte man diese Bauart auch für unsere Spule (16 Windungen auf d=65mm) anwenden, muss ich mal probieren.

Ansonsten halte uns bitte bezüglich Deiner weiteren Experimente am Laufenden, bin gespannt!

Besten Dank und gutes Gelingen! :)

Andreas

PS: bin leider noch nicht dazu gekommen meine Experimente mit RG-58 fortzuführen ...

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