Bau einer standmobilen Funkanlage

phasenlos
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Re: Bau einer standmobilen Funkanlage

#16

Beitrag von phasenlos »

Sagen wir so: ich lass mich vom Wetter nicht so schnell abhalten. Auch gerne ohne Wowa oder Zelt.

Und da ich weiss wie schnell das Wetter umschlagen kann und ich einen direkten Blitzeinschlag in meine Antenne bereits mitgemacht habe, will ich kein unnötiges Risiko eingehen.

Grüsse
Stefan

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heavybyte
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Re: Bau einer standmobilen Funkanlage

#17

Beitrag von heavybyte »

hmmmm....da musst du dich aber mächtig anstrengen, wenn du verhindern möchtest, dass dir der Blitz etwas anhaben kann.

Anyway, du scheinst handwerklich sehr geschickt zu sein und ich wünsche dir viel Spass beim Hobby.

Gruß
Lothar
Mache die Dinge so einfach wie möglich, aber nicht einfacher.

Krampfader
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Re: Bau einer standmobilen Funkanlage

#18

Beitrag von Krampfader »

heavybyte hat geschrieben:
Mo 16. Nov 2020, 23:03
hmmmm....da musst du dich aber mächtig anstrengen, wenn du verhindern möchtest, dass dir der Blitz etwas anhaben kann.
Das sehe ich genau so. Der Verein Deutscher Elektriker hat ein Merkblatt herausgegeben welches (aufwändige) Maßnahmen bezüglich Blitzschutz vorschreibt, für temporäre standmobile Funkanlagen, siehe: https://www.vde.com/resource/blob/15684 ... d-data.pdf

Andreas :wave:

PS: Wenn schon unbedingt auch während eines Gewitters am freien Feld Funkbetrieb machen: Als einfältiger CB-Funker würde ich vor Aufziehen eines Gewitters mein komplettes Geraffel (also CB-Gerät + Akku) in einer flachen wasserdichten Ikea-Box unters Auto schieben und drahtlos mit Liberty-MIc arbeiten (dadurch keine galvanische Verbindung ins Fahrzeuginnere), siehe Fotos unter: viewtopic.php?p=550958#p550958
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phasenlos
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Re: Bau einer standmobilen Funkanlage

#19

Beitrag von phasenlos »

Moin,
ihr kommt auf Ideen...

Ich habe nicht vor mich in die nächste Gewitterfront zu stellen um zu funken. Ich habe es aber schon oft genug gehabt dass das Wetter plötzlich umgeschlagen ist und man gerade noch Zeit hatte sich selber in Sicherheit zu bringen.
Natürlich ist das einzig richtige den Geraffel rechtzeitig einzuholen und seinen exklusiven Standort zu verlassen.
Aber für den Fall dass das mal nicht mehr zu schaffen ist, und auch der Sicherheit wegen anderer Personen, will ich vorgesorgt haben.


Grüsse
Stefan

Krampfader
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Re: Bau einer standmobilen Funkanlage

#20

Beitrag von Krampfader »

phasenlos hat geschrieben:
Di 17. Nov 2020, 06:42
Ich habe nicht vor mich in die nächste Gewitterfront zu stellen um zu funken. Ich habe es aber schon oft genug gehabt dass das Wetter plötzlich umgeschlagen ist
Alles klar Stefan!

Habe ich ebenfalls schon erlebt, zwei mal bis jetzt. Durch den plötzlich einsetzenden Sturm verkanteten die Mastelemente derart stark sodass ich sie mit all meiner Kraft nicht mehr zusammenschieben konnte, der einsetzende Regen machte obendrein noch alles glitschig. Ich musste in beiden Fällen den Mast stehen lassen, in voller Länge (12,5m). Ich habe dann lediglich das Kabel aus dem Fenster geworfen und das Ende mit dem PL-Stecker unters Auto gelegt. Nach 30min war dann alles wieder vorbei.

Siehe Foto:
Bild

Möge Dir der Blitz von Deiner Anhängerkupplung direkt in den Boden fahren. Eventuell könnte man ihm den Weg mit einem geeigneten Erdspiess etwas erleichtern.

Andreas :wave:
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phasenlos
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Re: Bau einer standmobilen Funkanlage

#21

Beitrag von phasenlos »

Weiter geht es mit der Erdung / Überspannungsschutz:

Prinzipiell habe ich die Empfehlungen aus dem bereits von krampfader verlinkten PDF umgesetzt. Ich habe lediglich auf die Erdungsmuffe am oberen Mastende verzichtet, da ich das Antennenkabel durch den Mast führen möchte mit einer Antenne für Aufmastmontage. Bis jetzt habe ich noch keine Idee gehabt wie man das vernünftig umsetzen könnte.

Zentraler Punkt ist der Erdungsstab an dem die Erdungsleitungen vom Mastfuss, von der Schirmung des Antennenkabels, von der "HF-Erdungsbox" und von der Fahrzeugkarosserie aufgelegt werden. Alle Erdungsleitungen sind in 16mm2 ausgeführt (hier H07RN-F 1G16 wegen der erhöhten mechanischen Belastbarkeit) und einer Länge von 7,5m. Alle Anschlussschrauben für die Erdung sind mind. M10.
Das Erdungsrohr ist aus BW-Beständen und wurde von der Firma Dehn hergestellt. Man kann es natürlich auch noch in neu bekommen, aber 200 Flocken waren mir dann doch zu viel.

20201121_153748.jpg

Mit dabei ist noch eine Eindrehhilfe welche im Rohr verstaut werden kann. Das Rohr hat eine Länge von 100cm und an der dicksten Stelle ein Durchmesser von 7cm.
Das Rohr kann in eingedrehtem Zustand von oben mit Wasser befüllt werden, daher die kleinen Löcher zwischendrin. Durch wässern kann man den Erdungswiderstand runtersetzen. Das alles nutzt aber nichts wenn man sandigen oder felsigen Boden hat. Den besten Erdungswiderstand hat man im sumpfigen oder lehmigen Boden.

20201121_153649.jpg

Die Fahrzeugkarosserie binde ich über die Anhängerkupplung mit ein. Dazu nutze ich eine Erdungsklemme der Firma Horstmann welche einfach am AHK-Träger geklemmt wird. Alternativ, wen man in unmittelbarer Nähe z.B. zu einer Leitplanke steht, könnte man die Klemme auch nutzen um das Erdpotential von dort zu holen. Der Erdungswiderstand dürfte dann deutlich besser sein als über das Erdungsrohr.

20201121_150652.jpg

phasenlos
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Re: Bau einer standmobilen Funkanlage

#22

Beitrag von phasenlos »


Das Erdungskabel für den Mastfuss, die Erdungsschraube ist direkt durch den Mastfuss geschraubt. Ansonsten gibt es nichts weiter dazu zu schreiben.

20201121_150526.jpg

Das Antennenkabel welches zur Antenne geht wird mit einer Erdungsmuffe eingebunden. Dazu wird der Kabelmantel auf einem kurzen Stück entfernt, so dass der Schirm frei liegt und die Erdungsmuffe drüber gestülpt und verschraubt. Die Muffe befindet sich am unteren Kabelende, in meinem Fall kurz vor der HF-Erdungsbox.
Die Erdungsmuffe KMT gibt es z.B. bei Kabel Kusch.

20201121_150554.jpg
20201121_150635.jpg

Das Kabel (den Mantel) habe ich im PL-Stecker zusätzlich noch mit Sekundenkleber festgeklebt. Über die aufgepressten Rohrkabelschuhe (der Qualität wegen von Klauke) sind noch Schrumpfschläuche mit Kleber gekommen und dienen als Knickschutz, Zugentlastung und Korrosionsschutz.

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Re: Bau einer standmobilen Funkanlage

#23

Beitrag von phasenlos »


Hier ist die Erdungsmuffe auf dem letzten Meter Kabel vor der HF-Erdungsbox zu sehen.

20201121_150622.jpg

Und zu guter Letzt noch die HF-Erdungsbox.
Diese besteht hauptsächlich aus einem Aludruckgussgehäuse 160x100mm von Hammond, einem Überspannungsschutz von Diamond (SP1000) und vier parallelen Widerständen mit 1MOhm.
Die Widerstände sind zwischen der Seele und der Masse (Erdung) eingelötet und sollen auftretende elektrostatische Aufladungen direkt auf die Masse ableiten. Sollten ungewollte Spannungen mal zu schnell ansteigen und die Widerstände überfordert sein, spricht der Überspannungsschutz von Diamond an. In diesem ist ein Gasableiter verbaut in dem die Spannung ab einem gewissen Wert über einen Lichtbogen in Richtung Masse abgeleitet wird.

20201121_150513.jpg
20201121_150355.jpg

Diese Version der HF-Erdungsbox ist vermutlich nicht die letzte Version, da mich daran das ein oder andere stört. Z.B. die vielen Verbinder, PL-Stecker und eigentlich ist auch das Stück 16mm2 darin überdimensioniert. Die Sachen waren aber zum grössten Teil schon vorhanden und jetzt werde ich erstmal sehen wie das spielt.
Die Flügelschraube dient nur dazu die Box irgendwo festklemmen zu können damit sie nicht im Dreck liegt.

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Re: Bau einer standmobilen Funkanlage

#24

Beitrag von phasenlos »

Ein paar Dinge möchte ich noch los werden:
Diese Variante der Erdung genügt in keinem Fall den Anforderungen für eine stationäre Anlage. Dort gibt es noch ein paar andere wesentliche Dinge zu beachten!
Diese Variante ist nur ein Kompromiss zwischen Handhabbarkeit und Sicherheit. Und selbst wenn bei einem Blitzeinschlag sämtliche Energie ohne Schäden in den Boden abgeleitet wird, besteht immer noch das Problem mit der sog. Schrittspannung in der näheren Umgebung des Einschlagortes.

Daher ist der beste Schutz immer noch die Antenne rechtzeitig genug einzuholen und sich aus dem Staub zu machen!

Grüsse
Stefan

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Re: Bau einer standmobilen Funkanlage

#25

Beitrag von 13DAX66 »

Das sieht nicht schlecht aus+s.
Als Anregung, für den Diamond Überspannungsableiter findet man kaum Spezifikationen zum Ableitstrom, ich hab´ mal irgendwo 6kA ohne Beschreibung der Kurvenform gelesen.

Für den reinen HF Bereich gibt es nicht wirklich viel, Telegärtner hat einen recht großzügig dimensionierten:
https://fibreline-shop.de/3xios/index1. ... ltpush=dow

Letztendlich ist der Potentialausgleich ja viel wichtiger als ein niederohmiger Erder, ein steilflankiger Impuls wird immer eine extrem hohe Spannung am Erder ergeben.

Nicht schlecht umgesetzt

13DAX66
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Re: Bau einer standmobilen Funkanlage

#26

Beitrag von 13DAX66 »

Ach ja, unmittelbar an der Antenne würde ich auf Erden des Schirms verzichten. Bringt ohne entsprechende Ableitung eh nix.

phasenlos
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Re: Bau einer standmobilen Funkanlage

#27

Beitrag von phasenlos »

Dehn hat auch noch ein paar im Sortiment. DEHNgate Art.-Nr. 929045 könnte eventuell passen.

Der Beipackzettel zu Risiken und Nebenwirkungen zum Diamond...
20201121_185953.jpg

Noch etwas dazu:
Die Antennenleitung von der HF-Erdungsbox zum TX hin sollte kurz gehalten werden (Richtwert 5m) , da man sich sonst wieder unterschiedliches Potential einfängt und den Potentialausgleich erweitern müsste.

Grüsse
Stefan

phasenlos
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Re: Bau einer standmobilen Funkanlage

#28

Beitrag von phasenlos »

Das Bild bringt es nicht...
https://www.wimo.com/media/akeneo_conne ... P_c6fd.pdf

Grüsse
Stefan

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