Deutsche Funkamateure planen WLAN für Katastrophengebiete

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Moesi61
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Deutsche Funkamateure planen WLAN für Katastrophengebiete

#1

Beitrag von Moesi61 »

Es tut sich was im Deutschen "Notfunk":

(Deutsche) Funkamateure planen WLAN für Katastrophengebiete

Funkamateure sollen in Katastrophengebieten leistungsfähige WLAN-Netze aufbauen, über die Betroffene Nachrichten verschicken und Informationen abrufen können.

https://www.heise.de/news/Funkamateure- ... 92720.html

Das entspricht zwar nicht ganz der gängigen Vorstellung von "Notfunk", doch ich finde das eine gute und vor allem sehr zeitgemässe Idee für die Hilfe bei Katastrophen, die sich über nicht allzu grosse Flächen erstrecken. Wenn sich die ganze Ausrüstung einsatzbereit in einem "KFZ-Anhänger" befindet, dann müsste es innerhalb eines Tages möglich sein, das WLAN-Netzwerk im Katastrophengebiet aufzubauen und somit den Überlebenden und den Helfern wieder eine weitgehend "normale" Kommunikation zu ermöglichen.

Für einen europaweiten "Blackout" ist das aber (noch) keine Lösung.

73, Moesi61
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Tribbel X
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Re: Deutsche Funkamateure planen WLAN für Katastrophengebiete

#2

Beitrag von Tribbel X »

Hallo Zusammen,

was die Funkamateure da planen finde ich erstmal gut.
Soll dies aber Notfunk mit Funkgeräten ergänzen oder ersetzen?

Allen 73 & 55 von mir.
Ein Tag ohne CB-Funk ist ein verlorener Tag!
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DF5WW
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Re: Deutsche Funkamateure planen WLAN für Katastrophengebiete

#3

Beitrag von DF5WW »

Nein das soll es nicht. Es soll nur in betroffenen Gebieten die Kommunikation wieder herstellen.
WLAN halt eben das den Betroffenen Zugang zum Internet ermöglicht und dadurch natürlich
auch EMail, Skype, WhatsApp etc. damit man Kontakt zur Familie/Verwandschaft halten kann bspw.

Natürlich ist WLAN im großen und ganzen aber auch nichts anderes als Funk. Nur eben bei 2,4 und
5 GHz.
73´s, Jürgen, DF5WW
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:tup: :tup:
criticalcore5711
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Re: Deutsche Funkamateure planen WLAN für Katastrophengebiete

#4

Beitrag von criticalcore5711 »

Für mich stellt sich dabei allerdings die Frage wie von diesem Netz aus am Ende die Verbindung zum Internet hergestellt werden soll.

Klar, Richtfunk auf 2,4/5GHz zwischen den AP bzw. Mesh Netzwerke sind heute das kleinste Problem und mit relativ wenigen "klicks" konfigurierbar. Damit kann man recht schnell auch mit "wenig Strom" (Akku/Solar) ein Gebiet wenigstens mit einem lokalen Intranet versorgen. Wobei das auch wieder relativ ist, so ein Ort mit 500-1000 Einwohnern, davon ca. 80% mit mindestens einem Mobilen Endgerät, häufig jedoch eher zwei oder drei (Smartphone, Tablet, Laptop) Endgeräten das treibt den Stromverbrauch hoch wenn die Leute nun alle ihre Geräte dort verbinden. Noch dazu ist die Rechenleistung eines einzelnen router auch begrenzt und er kann eben nicht umbedingt 1000 Geräte gleichzeitig versorgen.

Aber ein Gateway für dieses Netzwerk, oder eher besser mehrere mit großzügiger Anbindung ans Internet ist ja meist auch nicht mehr in unmittelbarer Umgebung übrig.

Und wenn man die "Notmasten" sieht mit ihrem fetten Diesel für die Stromversorgung die von der Telekom hier und da mal gestellt werden könnte man ja direkt Mobilfunk am Smartphone verwenden und dafür kleinere lokale Hotspots einrichten. :clue:

Erinnert sich noch jemand daran wie er am Jahreswechsel 1999/2000 versucht hat mit dem Mobiltelefon um Mitternacht jemanden anzurufen?
:dlol:

Ich schon, die ersten 5 Minuten ging das jedenfalls echt bescheiden.

Die Idee an und für sich find ich klasse. Nur irgendwie hat es den bitteren Beigeschmack das es für eine echte Katastrophe keinen echten Sinn macht ein WLAN aufzuspannen wenn ein mobilfunknetz den gleichen Sinn erfüllt.
"Und als Buße Zehn Bloody Marry und ein F***" :dlol:
--... ...-- -.. . .---- ...-- -.- ... -.-. .--
Moesi61
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Re: Deutsche Funkamateure planen WLAN für Katastrophengebiete

#5

Beitrag von Moesi61 »

criticalcore5711 hat geschrieben: Di 28. Dez 2021, 23:20Die Idee an und für sich find ich klasse. Nur irgendwie hat es den bitteren Beigeschmack das es für eine echte Katastrophe keinen echten Sinn macht ein WLAN aufzuspannen wenn ein mobilfunknetz den gleichen Sinn erfüllt.
Das eine muss ja das andere nicht ausschliessen! Es steht nirgendwo geschrieben, dass desswegen die Mobilfunkbetreiber nicht ebenfalls Notmasten aufstellen können. Die Frage ist nur was im Katastrophengebiet schneller geht. Schliesslich braucht auch der Mobilfunkmast eine Anbindung zum "Netz" mit entsprechender Bandbreite. Und wenn beides läuft entlasten sich die beiden Systeme gegenseitig.
Laut dem Artikel haben an dem Projekt ja "externe Helfer aus Hilfsorganisationen, Politik, Wirtschaft und Bundeswehr" mitgewirkt.
Da dürfte der eine oder andere schon wissen, um was es geht. Mindstens die Hilfswerke wissen sehr gut, was es in Katastrophengebieten braucht.
Das Rote Kreuz ist zum Beispiel nicht ganz zufällig über Winlink auch ohne Internet per eMail zu erreichen....

73, Moesi61
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Re: Deutsche Funkamateure planen WLAN für Katastrophengebiete

#6

Beitrag von mibo666 »

Ich finde Netzzugänge gehören in den Aufgabenbereich des THW. Viel sinnvoller wäre es mit guter Lobbyarbeit dafür zu sorgen das in JEDEM Haushalt neben Taschenlampe und Erste Hilfe Kasten auch ein Pärchen PMR Geräte mit Batterien griffbereit liegt. Dazu eine ganz kurze Kurzanleitung mit Bildern. Im Ahrtal hätte das Leben retten können und in den ersten Stunden und Tagen danach enorm geholfen die gegenseitige Hilfe zu organisieren. Und den sozialen Aspekt darf man auch nicht außer Acht lassen, es hilft unglaublich zu wissen daß man nicht alleine ist und das sich rundherum was tut!!!

Warum nicht zu Albrecht gehen, da Hardware raussuchen und gemeinsam vermarkten, mit dem Aufdruck(Empfohlen vom Deutschen Amateur Radio Club) so ähnlich wie beim Erste Hilfe Kasten mit Malteser Aufdruck. Dazu vielleicht noch eine Broschüre für nicht Krisenzeiten in der erklärt wird was mit solchen Geräten möglich ist und wie sie optimal eingesetzt werden. Wer Spaß dran findet kann noch viel mehr im Afu haben, Ausbildung da und dort Blabla.....

Sowas gut verpackt und designt sollte dann NICHT über den Funkhändler verkauft werden sondern bei ALDI, Lidl und Co.
Damit würde man sehr viel mehr erreichen, als mit dem THW Konkurrenz Anhänger.
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Re: Deutsche Funkamateure planen WLAN für Katastrophengebiete

#7

Beitrag von KLC »

:clue: Den Artikel in Golem oder Heise konnte ich nicht lesen, ohne dem Weiterverkauf meiner Daten zuzustimmen.

Berichtigt mich , Leute !
aber wenn ich mir das irgendwie vor dem geistigen Hühnerauge vorstelle, scheint das alles in der Richting FREIFUNK abzulaufen.

:paper: https://de.wikipedia.org/wiki/Freifunk

Ob ich dann also als Otto Normal User meinen Rechner im Freinetz einlogge, damit ich wieder chatten und im Net sein kann, kann auch eine Art Hilfe sein. Wie toll das ist , hängt vom möglichen "Mißbrauch" ab, falls was eng würde.

Wenn es so ist , wie ich am Anfang denke , ist doch gut. Dann wäre es eine Chance für Freinetz, denn dessen Akzeptanz scheitert gerne an der Hürde des technischen Wissens. Also nicht einfach die Fritzi in die TAE mit dem DSL und los .... ist da ja nicht so einfach.

Andererseits: war da nicht gerade vor ein paar Jahren eine Diskussion über Gesetze zur Nutzungseinschränkungen zu WLAN ?
Gabs da nicht mal ein pauschales Verbot, daß (mein) WLAN meine persönlichen Räume nicht verlassen dürfe.

Nicht daß ich diese Aktion irgendwie schlecht machen will , ganz im Gegenteil !
Aber in Zeiten von Verboten , Entfaltungsbeschränkung und "gouvernelle Willenskanalisierung" weiß ich jetzt gerade nicht, was ich wozu meinen soll.

Wenn alles GUT ist , weitermachen ! :tup:
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Re: Deutsche Funkamateure planen WLAN für Katastrophengebiete

#8

Beitrag von DocEmmettBrown »

KLC hat geschrieben: Mi 29. Dez 2021, 02:56Gabs da nicht mal ein pauschales Verbot, daß (mein) WLAN meine persönlichen Räume nicht verlassen dürfe.
Ja, beim 5 GHz-Band sind nur bestimmte Kanäle bzw. Frequenzen erlaubt, die ins Freie dürfen. Mehr dazu auf den freundlichen Seiten der BNetzA.

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Re: Deutsche Funkamateure planen WLAN für Katastrophengebiete

#9

Beitrag von DK5VQ »

Ich gehe Mal davon aus das die geplante/aufgebaute Infrastruktur die Netzknoten des HamNet nutzen wird. Ich wurde diesbezüglich auch angefragt. Allerdings sitzt unser Relais doch zu weit vom Schuss. Unsere zur Zeit einzige HamNet Strecke geht über 30km auf 5 GHz und bietet 60MBit. Tunnel ins Internet einzurichten ist kein Problem. Ich denke das die Betroffenen im Krisengebiet durchaus in der Lage sind bewusst mit dem Zugang umzugehen. Und langsame Geschwindigkeit ist immer noch besser als gar keine. Ich war letztens beruflich dort. Das kann sich keiner vorstellen wie es da aussieht. So stelle ich mir die Situation nach dem Krieg vor...

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Re: Deutsche Funkamateure planen WLAN für Katastrophengebiete

#10

Beitrag von DocEmmettBrown »

DK5VQ hat geschrieben: Mi 29. Dez 2021, 06:48Tunnel ins Internet einzurichten ist kein Problem.
Wie sieht das eigentlich rechtlich aus? Die Nutzung wäre bei Tunnelung ja nicht mehr auf lizenzierte FAe beschränkt, wenn ich das richtig verstanden habe, und Verschlüsselung (z.B. https) dürfte das nächste rechtliche Problem sein. :?

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Re: Deutsche Funkamateure planen WLAN für Katastrophengebiete

#11

Beitrag von DK5VQ »

Ich denke im vorliegenden Katastrophenfall drückt die BNetzA bestimmt ein Auge zu...
Ist ja auch nur eine Vermutung von mir.

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DF2JP
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Re: Deutsche Funkamateure planen WLAN für Katastrophengebiete

#12

Beitrag von DF2JP »

Moin Leute,

ich denke mal, dass die involvierten Funkamateure die rechtlichen Aspekte bereits "abgeklopft" haben.
Da sollen schliesslich Millionensummen in die Hänger investiert werden, sowas macht man micht mal so schnell "ad hok".
Zur technischen Umsetztung wird es sicher in naher Zukunft mehr Infos geben, da ja schon fürs kommende Frühjahr Probeläufe geplant sind.

Wie Mario schon schrieb: Lieber langsames Netz als gar kein Netz.
In manchen Regionen wird so ein Hänger vermutlich bessere Netzanbindung bieten als die z. Zt. vorhandene Infrastruktur ;o)

73 Joe
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